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Wildwarnreflektoren

Seit 1979 beteiligt sich die Gebietsverkehrswacht Donauwörth finanziell an der Ausrüstung unserer Straßen mit Wildwarnreflektoren.

Ausgerüstet werden vor allem Strecken, die durch zahlreiche Wildunfälle auffallen. Derzeit ca. 130 km mit insgesamt ca. 4.900 Reflektoren.

Die Ausrüstung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Jagdverband (ca. 59 Revierinhaber) und den jeweiligen Pächtern.

Kosten bisher (Januar 2012) ca. 25.250 €.

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Die Gefahr aus dem Wald

Pünktlich zum Frühjahr passieren wieder viele Wildunfälle. Richtig gefährlich wird es jedoch erst bei waghalsigen Ausweichmanövern. Von Anna Klein

Von Anna Klein

Nach dem Krachen kommt das Klingeln: Im Durchschnitt zweimal am Tag wird die Polizei in Zusmarshausen derzeit wegen eines Wildunfalls gerufen. Polizeihauptmeister Christian Joachim sagt: „Die Saison der Wildunfälle hat wieder begonnen“. Was für die Polizei nur sehr viel Arbeit bedeutet, ist für die Autofahrer eine ernsthafte Gefahr. Vergangenes Jahr haben sich im Landkreis Augsburg insgesamt 1079 Wildunfälle ereignet, neun Personen wurden dabei verletzt, zwei davon sogar schwer. Der Sachschaden belief sich insgesamt auf 44.000 Euro, die Tiere waren meist tot oder verendeten.

Einige Stellen im Landkreis Augsburg sind besonders häufig Schauplatz des Kampfes zwischen Wild und Auto, beispielsweise die Straßen in den Westlichen Wäldern und den Stauden. Die Verkehrsbehörde des Landratsamts verzeichnet in ihrer fünfjährigen Statistik besonders auf der Kreisstraße A1 zwischen Biburg und Dinkelscherben regelmäßige Zusammenstöße. Dabei sind es nicht einmal die Waldstücke selbst, in denen verstärkt Wildwechsel stattfindet. Häufiger überqueren die Tiere nämlich dort die Fahrbahn, wo sich gegenüber von einem Waldstück eine freie Fläche befindet.

Rehe haben Frühlingsgefühle

Schuld am verstärkten Wildwechsel zum Frühjahr sind genau genommen verliebte Jungs. Zwischen April und Mai tragen die Böcke sogenannte Einstandskämpfe aus, in denen sie ihr Revier verteidigen. Wenn es um die Gunst der weiblichen Geißen geht, kennen die Böcke kein Pardon miteinander und rennen im Eifer des Gefechts schon mal kopflos über die Straßen, um einen Kontrahenten zu verfolgen. Besonders aktiv sind die Tiere dabei zur Dämmerungszeit zwischen fünf und sieben Uhr morgens, sowie zwischen 19 und 24 Uhr. Bei über 70 Prozent der Kollisionen von Wild und Auto handelt es sich um Zusammenstöße mit Rehen. Zur Vorbeugung von Wildunfällen werden neben den Fahrbahnen sogenannte Wildwarnreflektoren angebracht und Zäune errichtet.

Lieber kontrolliert bremsen, statt waghalsig ausweichen

Die eigentliche Gefahr droht dabei gar nicht einmal von den verschreckten Vierbeinern. „In der Regel sind die Unfälle durch Ausweichen schlimmer als Kollisionen durch das Wild selbst“, erklärt Joachim. Von der Gefahr für Leib und Leben einmal abgesehen, hat man mit einem Ausweichmanöver zwar möglicherweise das Reh gerettet, bekommt aber eventuell Ärger mit der Versicherung. In der Regel will diese mit Zeugenaussagen oder Tierspuren bewiesen haben, dass wirklich ein Vierbeiner schuld am Crash war.

Also was tun? „Beide Hände ans Lenkrad und kontrolliert abbremsen, dabei aber die Spur halten“, rät Joachim. Besonders für Kleintiere wie Hasen oder Igel lohnt sich ein waghalsiges Ausweichmanöver nicht. Wenn der Crash nicht zu vermeiden ist, empfiehlt der ADAC, das Tier frontal zu treffen. So wird das Risiko verringert, dass das Tier in die Windschutzscheibe geschleudert wird. Auch wenn der Vierbeiner noch rechtzeitig die Straße überqueren konnte, ist die Gefahr noch nicht gebannt, da Tiere oft in Rudeln unterwegs sind.

(Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Die-Gefahr-aus-dem-Wald-id19502381.html)