Drucken

Sicherheitstraining für Motorradfahrer

Könner durch Erfahrung MotorradDie Gebietsverkehrswacht Donauwörth veranstaltete bei bestem Wetter das erste Sicherheitstraining für Motorradfahrer auf ihrem Gelände  in Monheim.
Das Training für 25 Motorradfahrer wurde von speziell ausgebildeten Moderatoren durchgeführt.
Besonders nach dem Winter sind bestimmte Mechanismen und Handlungsmuster, die beim Biken wichtig sind,  etwas verkümmert.  Wohl sind sie theoretisch vorhanden, aber in der Praxis nicht voll abrufbar. Genau hier setzt das Sicherheitstraining an. Durch wiederholtes Üben werden Handlungen so verinnerlicht, dass sie in entsprechenden Situationen angewandt werden können.
Die Moderatoren, alle erfahrene Motorradfahrer, wissen worauf es ankommt: Anstelle eines langweiligen Frontalunterrichts gibt es Erfahrungsaustausch und Diskussion, aus der sich die Trainingsinhalte und die fahrtechnischen Bedürfnisse ergeben. Diese stehen im Mittelpunkt: In welcher Situation soll ich ausweichen oder bremsen, soll ich noch rasch überholen oder doch lieber warten, welchen Lenkimpuls gebe ich, lege ich meine Maschine in die Kurve oder drücke ich – all das sind Fragen, die sich der eine oder andere Biker schon einmal gestellt und Situationen, die er live erlebt hat.
Auf dem Trainingsgelände üben die Teilnehmer dann Slalom oder kleine Kreise fahren, Ausweichmanöver oder Bremsen aus verschiedenen Geschwindigkeiten heraus ebenso aus verschiedenem Fahrbahnuntergrund – denn ob trocken, regennass oder rutschig, macht beim Fahren einen großen Unterschied.
Auch das frühzeitige Erkennen von Gefahren und ihre Vermeidung ist Bestandteil des Trainings.

Im Training lernten die Teilnehmer auch sich bei Unfällen mit Erste-Hilfe-Situationen richtig zu verhalten.
Auf diese Weise können die Teilnehmer den Umgang mit ihrer Maschine optimieren.

Drucken

Könner durch Erfahrung - ein Dauerthema

Könner durch Er-fahrung wurde durch die Landes-Verkehrswacht Bayern in Zusammenarbeit mit dem TÜV Bayern konzipiert und im Jahre 1985 ins Leben gerufen. Seit 1988 wird das Projekt auch von der Gebietsverkehrswacht Donauwörth angeboten.

Eine überproportionale Unfallbeteiligung junger Fahranfänger kennzeichnete seit Jahren die Situation auf den Straßen der Bundesrepublik Deutschland. Meldungen über schwere Verkehrsunfälle, bei denen junge Menschen tödlich oder schwer verletzt wurden, waren an der Tagesordnung. Obwohl in Bayern die 18 – 25-jährigen nur einen Anteil von 12% der Gesamtbevölkerung stellten, betrug ihr Anteil an Verletzten und Getöteten mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfalopfer. Im Jahre 1989 waren diese jungen Menschen mit mehr als 44% die Verursacher aller Schwerstunfälle.

Bis heute hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert. Immer noch verunglücken und sterben viel zu viele junge Menschen im Straßenverkehr. Die Unfallstatistik der Polizei für Verkehrsunfälle zeigt dies deutlich.

Es fehlten damals für die Problemgruppe „junge Fahrer“ Aktionen, um den Ursachen der Verkehrsunfälle in dieser Gruppe entgegenzuwirken. Untersuchungen ergaben, dass bei dieser Gruppe von Verkehrsteilnehmern Defizite, insbesondere in der Gefahrenkenntnis, in der Blicktechnik, im Schwungempfinden und im Dimensions- bzw. Balancegefühl bestehen. Auch wurde festgestellt, dass Fahrübungen auf dem Trainingsgelände zur Verbesserung im Fahrverhalten führen.

In der Regel werden die jungen Fahranfänger mit persönlichen Briefen des Landratsamtes bzw. der Stadt zu den kostenlosen Pkw- und Motorradfahrsicherheitstrainings eingeladen.

In kleinen Gruppen von je ca. 15 Teilnehmern wird unter Anleitung ausgewählter Verkehrsfachleuten, in der Regel Fahrlehrer, Theorie unter Einsatz spezieller Videospots und Praxis mit verschiedenen Geschicklichkeitsparcours vermittelt, um das Gefühl für das eigene Fahrzeug zu verfeinern.

Eine Auswertung der Aktionen hat ergeben, dass Teilnehmer an diesen Kursen danach um rund 20% weniger Verkehrsauffälligkeiten und um rund ein Drittel weniger Unfälle hatten, als Nichtteilnehmer.

Die Sparkasse Donauwörth unterstütz die Aktion finanziell. In den Jahren 1988 bis einschließlich 2011 wurden 234 Aktionen mit insgesamt 3.236 Teilnehmern durchgeführt. Die Kosten, von denen die Sparkasse Donauwörth regelmäßig ca. 50% übernimmt, belaufen sich im Jahresdurchschnitt auf ca. 3.500 €.

Neben den jungen Fahranfängern werden diese Aktionen auch vom BRK-Nordschwaben, der Wasserwacht Nordschwaben, Motorradgruppen und der Bundeswehr mit Begeisterung genutzt.

Drucken

Piaggio Ape

Für die Gebietsverkehrswacht Donauwörth ist ein grüner Flitzer unterwegs. Solche Fahrzeuge mit drei Rädern sieht man normalerweise eher in südlichen Ländern. Doch die Verkehrswacht hat sich den Flitzer zugelegt, um damit – wie die Aufschrift zeigt – für sich zu werben. Der Hauptzweck liegt aber darin, alle Utensilien der Fahrsicherheitstrainings bzw. deren aufwendige Parcours unterzubringen. Des Weiteren dient es zur Unterbringung von Aktionsmaterial von KiS und KuV Projekten. Die Anschaffung war eine Notwendigkeit und hilft der Verkehrswacht bei ihrer Arbeit sehr.
Das Fahrzeug hat nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern es soll auch die Blicke auf sich ziehen.

IMG 1975

IMG 1978

IMG 1980